 |
| Der Morning Prayer... |
Nachdem wir in unseren letzten Blogs mehr über Freizeitaktivitäten und Trips geschrieben haben, ist es nun endlich an der Zeit mehr über unsere Arbeit hier in Pavitram zu berichten.
 |
| ... an der Boys School |
Nach einem leckeren Frühstück mit Idli, Dosai verschiedenen Chutneys und indischem Kaffee beginnt unser Tag mit dem ‚Morning Prayer‘ an der Punitha Sagaya Annai Boys School. In Reihe und Glied versammelt sich die gesamte Schüler- und Lehrerschaft auf dem Schulhof. Zum ‚Morning Prayer‘ gehören verschiedene Lieder, u.a. die indische Nationalhymne, einige Bibelverse und eine Rede des Schulleiters. Mit den Worten „Good morning teachers“ endet der Prayer und der Unterricht beginnt. Für uns bedeutet das dann erst mal: Sari wickeln. Denn der Sari gehört einfach zum Lehrerin sein dazu. Aber zu unserer Freude sind wir mittlerweile in guter Übung und brauchen nur noch ca. 8 Minuten pro Sari =)
 |
| Unsere Maedchenklasse |
 |
| Prayer an der Girls School |
Um 10:30 Uhr beginnt unsere erste Stunde an der St. Antony’s Girls Higher Secondary School in der 6. Klasse. Von 48 Mädchen werden wir jeden Morgen mit dem ‚Morning Song‘ begrüßt. Einen besseren Start in die Stunde kann man sich nicht vorstellen. Die meisten Mädchen sind mit großem Eifer dabei, doch man muss zugeben, dass es bei einer solchen Klassengröße schier unmöglich ist, ein passendes Unterrichtsniveau zu finden. Während die Hälfte unsere Anweisungen problemlos versteht und sie in die Tat umsetzen kann, beherrschen andere noch nicht einmal das kleine ‚ABC‘. Als wir das heraus fanden, waren wir doch ziemlich schockiert! Wir hatten nämlich gleich zu Beginn das ‚ABC‘ abgefragt und es konnte uns jede einzelne sagen. Als wir jedoch ein paar Tage später nach einzelnen Buchstaben fragten, schauten wir in ratlose Gesichter. Ein perfektes Beispiel für die indische Schule, man lernt das ‚ABC‘ einfach nur im Ganzen. Durch Ereignisse wie dieses, fiel es uns am Anfang schwer eine passende Unterrichtsstrategie zu finden. Doch mittlerweile klappt das alles prima und wir gehen jeden Tag gerne zu den Girls, um ihnen durch Songs, Wörterrätsel und anschaulichem Unterricht Englisch näher zu bringen (nicht umsonst werden wir von Lehrerkollegium nur noch ‚Actionmaster‘ genannt). ;-)
Um 11:15 Uhr klingelt es zur Pause. Diese Zeit verbringen wir im Lehrerzimmer der Girls School, um uns bei indischem Tee mit den Lehrerinnen und Sisters auszutauschen.
 |
| Miss Hanna gibt Tipps |
 |
| Unsere Kolleginnen an der Girls School |
Um 11:25 Uhr erwarten uns 15 brave (und das sind sie wirklich) Jungen der 7. Klasse in der Boys School unter unserem ‚Klassenbaum‘ auf dem Schulhof. Der Baum steht glücklicherweise direkt neben dem Schulgebäude und so können wir die Wand als Tafel benutzen. Alleine die Klassengröße zeigt schon einen enormen Unterschied zur Girls School. Dieser wirkt sich sehr stark auf den Unterricht aus. Es handelt es sich nämlich um die 15 cleversten Schüler der Klasse. Das Unterrichtsniveau ist also kaum zu vergleichen zu dem an der Girls School. Aber auch hier ist der Unterricht ähnlich aufgebaut. Wir nehmen ein Thema anschaulich durch, vertiefen es durch verschiedene schriftliche Aufgaben und beenden es spielerisch mit Songs, Spielen und Rätseln oder auch einem kleinen Test.
Unsere Themen waren u.a. ‚Feelings & Emotions‘ oder ‚The Body & The Face‘. Bisher gab es zu jedem Thema passende Lieder (“If you happy and you know it“ oder „Head and shoulders, knees and toes“), die unsere Kids mit Begeisterung “brüllen”. =D
Auch bei der Function des sogenannten ‚Children’s Day’ konnten wir gemeinsam mit unseren Schülern mit diesen Liedern ein tolle Darbietung liefern.
 |
Unsere Jungs der 7B
unter dem Klassenbaum |
Gegen 12:15 Uhr, wann es genau klingelt konnte uns noch keiner genau sagen, haben wir für eine gute Stunde frei. Diese verbringen wir beim Essen (wo auch sonst =)). Frisch gestärkt durch Reis, Sambar und Gemüse treffen wir uns nach kurzem ‚Afternoon Prayer‘ um 13:30 mit der anderen 7. Klasse unter unserem ‚Klassenbaum‘. Es handelt sich zwar wieder nur um 15 Jungen, jedoch hinterlässt die Mittagspause starke Spuren bei der Aufmerksamkeit (das kennt man ja auch aus Deutschland ;-)). Aber auch unsere kleinen Rabauken haben wir mittlerweile gut im Griff. Hierzu gibt es auch eine kleine Geschichte:
 |
|
Da uns der Monsun doch glatt unser ‚Klassenzimmer‘ überschwemmt hatte, mussten wir uns einen Raum mit einer Klasse von sechzig 12-Klässlern teilen. Während die Großen sich trotz Aufsicht lautstark unterhielten, waren unsere Kleinen mucksmäuschenstill. Sie fühlten sich sogar richtig gestört vom Lärm, worauf sich J. Akash aufgebracht meldete und sagte: „Miss, they just don’t know our ‚Silent-Fox‘!“ Da kann man sie doch nur noch lieben!
Seit neustem unterrichten wir auch zweimal pro Woche in der staatlichen Grundschule. Doch hier müssen wir erst noch den ‚Final Clou‘ finden, um die Aufmerksamkeit von 60 Jungen und Mädchen zu erhaschen… ;-)
Und somit endet spätestens um 15:00 Uhr ein normaler Schultag in Pavitram und ein dampfender Tee steht für uns bereit.
Hey Mädels das liest sich echt super spannend und schön! ich bin überzeugt der silent fox ist ein echter knaller :P
AntwortenLöschenliebe Grüße aus dem mittlerweile kalten karlsruhe
:-* Seb
Hallo Hanna,
AntwortenLöschenmuss euch unbedingt mal zusehen, wie ihr so eine Stunde zusammen durchzieht.Klingt nach viel Improvisationstalent, den Unterricht unter diesen Bedingungen für alle interessant zu gestalten. Freue mich auf die Zeit mit Euch und den Kindern. Noch 4 Wochen bis zum Abflug.
Gruß Papa