Montag, 28. März 2011

... hello India

Am 25. Maerz ging es endlich los! Nachdem der Toyota Qualis aus der Ausfahrt gerollt war und die Traenchen getrocknet waren, konnte das Abenteuer Indien beginnen!

Unser erster Stop war in Veppoor, wo wir unseren ersten indischen Wein zusammen mit Fr. Roy koepften. Dazu lassen sich nur zwei Dinge sagen: Der Abend war super und der Wein furchtbar! (Den Wein hatten dummerweise wir ausgesucht) =D

Am naechsen Morgen fuhren wir mit dem Zug nach Bangalore, wo wir fuer zwei Tage ein komplett anderes Indien genossen. Shopping-Malls, Fast-Food Laeden, Parties - daran musste man sich erstmal wieder gewoehnen. Das viel uns jedoch nich sonderlich schwer.
Wir trafen einen Freund, der uns das Leben einer neuen indischen Generation naeher brachte. Es war ein gelungener Start unserer 'Hanna, Theresa und Laura erobern Indien' - Rundreise.

Jetzt sind wir schon zwei Tage in Mysore und haben gestern Abend den Maharadscha-Palast in voller Lichterpracht bestaunt. Wer eine Idee von 1001 Nacht hat, der multipliziere das mit 100. Das war das Bild, welches wir gestern vor Augen hatten. Wir sind uns nicht sicher, ob wir etwas so schoenes schonmal gesehen haben.



Die Sonne geht unter...
...der Mond geht auf!

Morgen fahren wir weiter in den Bandipur Natiuonalpark und versuchen unser Glueck bei der Tigersuche. Drueckt uns die Daumen, ob es wirklich geholfen hat, erfahrt ihr im naechsten Blog.

Bye bye Pavitram...

Inzwischen sind wir schon seit 5 Tagen unterwegs und erkunden Indien. Doch bevor wir mit unseren Rucksaecken losziehen konnten, ist noch so einiges passiert:

Die letzten 2 Wochen in Pavitram vergingen wie im Flug. Obwohl wir es nicht richtig realisieren konnten, rueckte der Abschied immer naeher... Waehrend wir darueber noch gar nicht nachdenken wollten, bombardierten uns die Kinder staendig mit Fragen: "Miss, Miss, when are you going?", "Miss, you are going, i will cry!" Da musste man sich wohl oder uebel doch mit dem Abschied befassen und sie erstmal druecken. =)

Doch diese gedrueckte Stimmung wurde von einer Reihe unerwarteter Ereignisse vertrieben. Bevor wir letztendlich gingen, wollten wir unsere Kinder nochmal Richtig ueberraschen.

Da wir das letzte Mal, als wir mit den Hostelboys Baelle basteln wollten, so ueberrannt wurden und deshalb die Aktion abbrechen mussten, starteten wir einen neuen Versuch. Diesmal orderten wir unseren eigenen Sand und verlagerten die Aktion von der kleinen Ecke vor dem Pfarrhaus auf den grossen Kirchhof. Alles war (ausnahmsweise) vorbereitet und es konnte losgehen. Im Nu hatte sich das Ganze rumgesprochen und nicht nur unsere Hostelboys, sondern auch Kinder aus dem Dorf kamen angerannt. Jeder wollte seinen eigenen Ball basteln. Der Ansturm war so gross, dass nach einer Weile selbst unsere einzige helfende und Tamil sprechende Hand, Brother Anand, das Weite suchte. Wir fuehlten uns wie bei einer Raubtierfuetterung  - einfach Verrueckt! Aber am Ende waren alle happy und geschafft, aber auch happy.

Am 18. Maerz fuhren wir nach Chennai, um unsere neue dritte im Bunde, Laura, vom Flughafen abzuholen. Um die Wartezeit zu verkuerzen, nahm uns unser Freund Jerome (der Bruder von Fr. Bosco) mit in ein sogenanntes 'Local Theatre'. Auf dem Programm stand 'தி லாம்ப் அண்ட் தி டிகர்', ein tamilischer Liebesfilm. Es war ein riesen Spass, denn die Inder 'leben' den Film: Sie rufen, pfeifen, schmeissen Popcorn. =) Selbst wenn wir also kein Wort vom Film verstanden haben, war es ein super Erlebnis.
Und da war sie auch schon da - LAURA! =) Sie wird uns waehrend der erten Haelfte unserer Rundreise begleiten.

Zurueck in Pavitram war aber noch lange nicht alles geschafft. Denn neben den 400 Hostelboys warteten Luftballons darauf, aufgepustet zu werden. Unser Plan war es, in einer Nacht und Nebel Aktion den gesamten Waschbereich des Hostels mit Luftballons zu schmuecken. Gluecklicherweise ging uns bei der Umsetzung nicht die Puste aus, denn mit ca. 250 Luftballons erreichten wir unseren neuen Rekord. Als sich die Jungs um 5 Uhr morgens den Sand aus den Augen rieben, traf sie fast der Schlag: die Waescheleinen, die Toiletteneingaenge, die Palmen und die grossen Waschbecken - alles war geschmueckt und gefuellt mit bunten Volksbank-Luftballons. Und bei dieser Ueberraschung fiel die morgenliche 'Studytime' aus und wurde durch eine 'Playtime' ersetzt. So hatten wir uns das vorgestellt.

In unseren letzten Schulstunden, gaben unsere Schueler nochmal ihr Bestes und ueberraschten Laura mit ihren erlernten englischen Songs. Zur Belohnung gab es fuer jeden einen Volksbank-Kuli mitsamt Luftballon. Die Freude war riesig!

Und dann war auch schon der 22. Maerz, Theresas Geburtstag und unser vorletzter Tag in Pavitram. Das uebliche Prozedere an einem Geburtstag in Indien kennt man ja schon von Hannas Geburtstag. Die Kuchen wurden verteilt, das 'Birthday Baby' damit gefuettert und die Staendchen getraellert. Auch diesmal hatten wir fuer das Hostel ein besonderes Essen geordert - indische Nudeln. Da Nudeln fuer das Hostel noch nie vorbereitet wurden, mussten drei Koeche kommen, die den Nachmittag und Abend mit der Zubereitung der Nudeln verbrachten. Alleine das Wort 'Noodles' brachte den ganzen Tag ueber ein breites Laecheln ueber die Gesichter der Kinder und als wir nach dem Abendessen fragten, ob jeder satt war, konnte so mancher nicht mehr antworten. =) Wir hatten so viel Nudeln bestellt, dass keiner Sorgen haben musste, satt zu werden. Und das, was uebrig blieb, wurde an die Nachbarschaft verteilt. Es war ein gelungenes Fest!

An unserem letzten Tag verabschiedeten wir uns von den Dorfbewohnern, packten und hatten unsere 'Abschieds-Function' im Hostel. Nach den Darbietungen der Jungen und unserer Abschiedsrede packten wir unsere letzten Ueberraschungen aus. Das Hostel bekam 6 komplette Cricket-Sets und jedes Kind einen Tintenschreiber mit einem Gruppenfoto. Damit konnten wir unsere Jungs ein letztes Mal gluecklich machen. Und geht es den Kindern gut, dann geht es auch den Mamas gut. =) 

 


Donnerstag, 3. März 2011

Der Countdown läuft...

… unser letzter Monat in Pavitram ist tatsächlich schon angebrochen. Obwohl wir es noch nicht wirklich realisieren können, rückt der Tag des Aufbruchs für die Rundreise immer näher. Deshalb versuchen wir die verbleibende Zeit nochmal voll und ganz zu genießen.

So gibt es auch schon wieder neues zu berichten aus Pavitram:

Die Sisters begutachten das Auto
Seit letztem Wochenende ist das Punitha Sagaya Annai Boys Home stolzer Besitzer eines ‚Toyota Qualis‘. Durch die Spendenaktion ‚Minivan für Pavitram‘ und einem Zuschuss von unserer erfolgreichen Spendenaktion ‚T-Shirts für Pavitram , konnte nun endlich der Plan für ein eigenes Auto in die Tat umgesetzt werden. Mit diesem Auto können die Jungen im Notfall ins Krankenhaus gebracht werden, die wöchentlichen Einkäufe erledigt werden – rundum wird das Hostelleben  extrem erleichtert.

In diesem Sinne nochmal DANKE an alle, die dies ermöglicht haben!

Wer hat den schoensten Ball?
Sathesh fuellt seinen Ball








Ach ja, unsere ‚Bubus‘ werden wir schon vermissen. Es ist einfach ein besonderes Gefühl, aus der Tür zu treten und jedes Mal von einer kleinen Horde überrannt zu werden. So war es auch am letzten Sonntag, als wir uns etwas Neues zur Gestaltung der Playtime überlegt hatten. Wir wollten mit den Jungs Bälle aus Luftballons und Sand basteln. Mit zwei großen Tüten voller Luftballons und Scheren bewaffnet traten wir in den Kampf. Der benötigte Sand war ein Tag zuvor für die Bauarbeiten am Haus geliefert worden. „Da kann man doch schon mal was abzwacken“,  dachten wir uns. Hätten wir gewusst, wie schnell ein solcher Sandhaufen von einer Horde Hostelboys plattgewalzt werden kann, hätten wir uns um zusätzlichen Sand gekümmert. =)

Ahhhhhh, nicht alle auf einmal!
Kaum hatten die Jungs die Luftballons entdeckt und unser Vorhaben durchschaut, gab es kein entrinnen mehr für uns. „Miss, Miss one balloon, Miss!“ . „Please balloon Miss, Miss!“ und das gleich 100 Mal.
Dummerweise  war auf dem Kirchplatz ein wichtiges   Meeting, das jede Art von Lärm verbot. Wir mussten also die Mission ‚Bälle für Pavitram‘ auf Grund des hohen Lärmpegels und des immens hohen Sandverbrauchs erst mal auf die nächsten Tage verschieben.
Unsere 'Bubus' ganz stolz
Aber wir kommen wieder, denn unsere Mission ist erst erfüllt, wenn wirklich jeder Junge einen eigenen Ball hat. =)

Doch auch für unsere letzten 3 Wochen in Pavitram haben wir uns noch so einige Dummheiten für die Jungs ausgedacht, die den soooooooooo geregelten Hostelalltag ein wenig aus der Bahn werfen sollen. Wir freuen uns jetzt schon wie Schneekönige auf die Gesichter der ‚Bubus‘! 


Aber mehr dazu gibt es in den nächsten Posts!

Hanna und Theresa