Waerend es in Deutschland gerade kalt und eisig ist, sitzen wir in Mamallapuram am Strand.Da werden wir morgen Abend auch gemeinsam mit Hannas Eltern Silvester feiern und sofern es der indische Liquor Shop hergibt, hoffentlich die Korken knallen lassen! =)
Wir wuenschen allen einen guten Rutsch ins Jahr 2011!
... Happy new Year.... May all your dreams come true.... All the Best....We pray for you.... Pray for us... Love and Pray...
UND was die Indier sonst noch so sagen! =D
Liebe Gruesse
Hanna und Theresa
PS: Sobald das Internet wieder besser ist, gibts auch wieder aufuehrliche News von uns! =)
8 Monate Indien - Ein Zeit voller Abenteuer und neuer Erfahrungen, die wir in diesem Blog gerne mit euch teilen möchten...
Donnerstag, 30. Dezember 2010
Montag, 13. Dezember 2010
Es weihnachtet in Pavitram
Würden wir es nicht auf dem Kalender sehen, könnten wir es selbst kaum glauben: Wir sind mitten in der Weihnachtszeit!?! Da man hier wirklich nicht im Geringsten in Weihnachtsstimmung versetzt wird(die Inder lassen die Vorweihnachtszeit komplett aus), mussten wir das selbst in die Hand nehmen!
Unsere Weihnachtsvorbereitungen starteten mit der Ankunft drei großer Pakete vollgepackt mit Wichtelpuppen aus Deutschland. Da wurde uns auf einmal klar: Weihnachten ist ziemlich nah! =) Die Pakete horteten wir erst mal in unserem Zimmer, da es ja trotzdem noch eine Weile hin war, bis unsere Schüler ihr Weihnachtsgeschenk bekommen sollten. Schließlich stellte sich uns die Frage: Welche deutschen Weihnachtsbräuche kann man überhaupt in Indien umsetzen? Wie backt man Plätzchen ohne Ofen? Woher soll man einen Weihnachtsbaum bekommen zwischen all den Kokospalmen? Und wie kann man mit den einfachsten Mitteln und 400 Helfern das alte Pfarrhaus und das Hostel schmücken ohne im Chaos zu ersticken?
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| Unsere Maenner =) |
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| Mmmh...Lecker! |
Nach dieser kulinarischen Einstimmung fehlte nun nur noch das passende Outfit für das Hostel und unser Pfarrhaus. Und so bastelten wir eine Play-Time lang mit unseren Hostelboys Weihnachtssterne. Mit 10 gelben Pappkartons und drei Scheren machten wir rund 150 Jungs glücklich. Nachdem die erste Skepsis überwunden war, fanden selbst unsere Zwölftklässler großen Gefallen daran, ihren Schlafraum zu schmücken. Und irgendwo mitten im gelben Schnipselchaos saßen wir und versuchten, die Aktion wenigstens ein bisschen zu überschauen. Es war ein riesen Spaß!
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| Unsere 98 Maedels |
Was den Weihnachtsbaum angeht, haben wir uns doch für eine Bananenstaude entschieden. Die hässlichen Plastikweihnachtsbäume aus dem Singapore-Shop kommen uns nicht ins Haus. Aber deswegen sind wir ja auch in Indien. =)
So, damit kann Weihnachten kommen!
Wir wünschen allen eine schöne Weihnachtszeit!!
Samstag, 27. November 2010
Weltweit Wichteln
Noch bevor wir nach Indien gekommen sind, haben wir das Projekt ‚WELTWEIT WICHTELN‘ mit den 5.Klassen der Martin-Luther-Schule begonnen.
Eine Woche später waren unsere 30 Jungs aus der Boys School an der Reihe. Wir müssen zugeben, wir hatten doch ein wenig Bammel vor den Nähkünsten unserer Jungen. Aber, wie sich schnell herausstellte, völlig unbegründet! Kaum hatten wir die weißen Leinenpuppen verteilt, wurde auch hier gewühlt, was das Zeug hielt und nach der perfekten Farb- und Musterkombination für die Püppchen gesucht. Unsere kleinen Rabauken waren plötzlich ganz ruhig und konzentriert – so hatten wir sie selten erlebt! Nach drei Stunden war alle Arbeit getan und jeder einzelne war stolz auf das Resultat. Wir auch. =)
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| Auf die Plätze, fertig, wühlen! |
Das Projekt „WELTWEIT WICHTELN“ wurde von drei Organisationen (ZEB, Evangelisches Missionswerk, GEPA) ins Leben gerufen. Es basiert auf dem Grundgedanken, dass sich Kinder aus verschiedenen Nationen durch selbst gestaltete Handpuppen auf gleicher Ebene begegnen können. Dazu verteilten wir Leinen-Handpuppen an die teilnehmenden Kinder in Deutschland und packten die Puppen für die indischen Kinder in unsere Rucksäcke. Während die Schüler in Deutschland ganze Arbeit leisteten und ihre Puppen z.B. in Fußballstars oder Pipi Langstrumpf verwandelten, ließen auch unsere Schüler/innen hier ihrer Kreativität freien Lauf.
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| Hochkonzetriert beim Nähen |
Doch um diese Aktion überhaupt in Indien durchführen zu können, musste noch einiges vorbereitet werden. Wir fuhren für einen Nachmittag nach Tiruvannamalai und klapperten sämtliche Näher ab, um deren Stoffreste einzusammeln. Mit 5 Taschen voller bunter Stoffreste kamen wir, ohne einen Cent dafür bezahlt zu haben, schließlich zurück nach Pavitram. Andere Nähutensilien wie Nadel und Faden, Glöckchen, Knöpfe und Stoffbänder hatten wir bereits auf dem großen Nähbazar in Madurai eingekauft und so konnte die Aktion beginnen.
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| Dhivya mit ihrer Puppe |
Wir nähten einen ganzen Vormittag mit unseren beiden 6.Klassen, d.h. 90 Mädchen aus der Girls School. Da uns natürlich der Monsun an diesem Tag kein Helfer sein wollte, konnten wir nicht gemeinsam auf dem Hof nähen. Also verbrachten wir den gesamten Morgen auf dem Schulgang zwischen Stoffresten und einer Horde Mädchen, die voller Eifer nach den schönsten Stoffen wühlten. Mal musste hier geschnitten, dort der Faden neu eingefädelt oder wo anders ein Mädchen vertröstet werden, weil sie ihre Nadel verloren hatte. Aber wir müssen sagen: alles klappte wie am Schnürchen und wir hatten alle riesigen Spaß.
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| Unsere Jungs! |
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| Thavachandrun versteckt im Stoff |
Im Rahmen unseres Englischunterrichtes sollten unsere Schüler/innen in Pavitram einen kleinen persönlichen Steckbrief verfassen. Dabei wurde wieder deutlich, welch scheinbar einfachen Dinge unseren Kids Probleme bereiten können. Selbst vorgeschriebene Sätze zu wiederholen oder abzuschreiben erwies sich für manche schwerer als erwartet. Zum Abschluss wurden die Steckbriefe mit gemalten Lotusblüten, Bananenstauden oder anderen Kunstwerken verziert.
Gemeinsam mit den Püppchen wurden die Briefchen in kleine Säckchen gepackt. Jetzt kann gewichtelt werden! Die Handpuppen der Rimbacher Schüler sind alle unversehrt in Pavitram angekommen. Morgen schicken wir unsere indischen Prachtexemplare nach Rimbach in der Hoffnung, dass auch wirklich alle ankommen.
Vielen Dank nochmal an alle Fünftklässler und deren Klassenlehrer, ohne die das Projekt nicht hätte stattfinden können!
Hanna und Theresa
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Montag, 22. November 2010
Leben in Pavitram
Da unser Leben in Pavitram nicht nur aus unterrichten besteht, möchten wir diesen Post unserer restlichen freien Zeit widmen:
Da das Leben der Hostelboys durch einen strikten Zeitplan geprägt wird, bleiben uns pro Tag ca. 60 Minuten um mit den Jungen zu spielen. Diese geringe Zeit versuchen wir so gut wie möglich zu nutzen und vollkommen präsent zu sein. Wir spielen mit ihnen Murmeln, diverse Ballspiele oder unterhalten uns mit ihnen. In der Regenzeit fällt diese ‚Play-Time‘ auch manchmal einfach aus, da die Kinder nur draußen spielen dürfen. Das bedeutet, der komplette Tag besteht dann aus Schule und ‚Study-Time‘. Was ein Kinderleben. Gelegentlich übernehmen wir auch die Rolle der Kinderkrankenschwester und versorgen so manche Wunde mit ‚Drachenblut‘(auch Betaisadonna genannt) und Pflaster. =)
Die Dorfbewohner
Jeden Sonntagmorgen gehen wir zur Messe, worüber sich viele Dorfbewohner sehr freuen. Wir bekommen Komplimente zu unseren indischen Outfits und Einladungen in die Familien. So versuchen wir, mehr und mehr über das Dorf und die Menschen zu erfahren, auch wenn das aufgrund unserer geringen Tamilkenntnisse nicht immer einfach ist. Aber die ‚Actionmaster‘ schaffen das schon. =)
Zu unserer kleinen Zweck-WG kann man eigentlich nur eines sagen: sie ist super. Unser Father Bosco ist sehr herzlich, offen, humorvoll, engagiert und ‚always on the run‘. Wenn es irgendwelche Probleme im Dorf oder im Hostel gibt, ist Father Bosco stets zur Stelle. So schwingt er sich auch schnell mal auf sein Motorbike, um im nahe gelegenen Mädchencollege eine Schlange einzufangen.
Auch mit Brother Anand kommen wir gut zurecht. Er kümmert sich um die Hostel- und Guestteachers- Einkäufe in der Stadt und kommt immer mit vollen Obsttaschen zurück. Außerdem schummelt er stets beim ‚Rummy Cup‘ aber wir können es ihm nicht verübeln. =)
Da wir mit den Sisters eher weniger Zeit verbringen, kennen wir sie noch nicht so gut, wie unsere männlichen Mitbewohner, aber sie sind stets bemüht und hilfsbereit. So haben wir dank ihnen ab sofort einmal pro Woche indischen Tanzunterricht.
Wimala, unsere Küchengöttin
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| Hanna macht 'Egg 65' am Mission Sunday |
Unser Zimmer mit all seinen Mitbewohnern
Wir haben es uns in unserem Zimmer in den letzten beiden Monaten sehr gemütlich gemacht. Wir haben zwei Betten, einen großen Kühlschrank, ein kleines Bad und ein separates kleines ‚Arbeitszimmer‘. Doch auch andere sind mittlerweile auf den Geschmack unseres Komforts gekommen. Während die Ameisenstraße, die durch unser Zimmer verläuft, schon fast zum Inventar gehört, werden andere kleine Gäste wie Kakerlaken oder Grillen vehement mit unserem Moskito-Schocker bekämpft. Doch manchmal ist selbst der Moskito-Schocker machtlos.
So hatte sich doch tatsächlich vor wenigen Tagen eine Wasserschlange bis vor unsere Zimmertüre geschlichen. Sie wartete bis in die Dunkelheit, vor der Tür darauf, eingelassen zu werden. Als sich dann endlich die Tür öffnete, trat Theresa doch glatt auf das arme Tier. Damit war wohl der Alptraum beider (von Theresa und der Schlange) wahr geworden. Total geschockt und ein wenig aufgelöst verharrte Theresa die nächsten 30 Minuten stehend auf der nächsten Bank, während die Schlange leider eines qualvollen Todes sterben musste. Das war zwar wirklich nicht unsere Absicht gewesen, aber die Hostelboys ließen sich mit ihren Holzknüppeln bei dem Wort ‚Snake‘ kaum noch bändigen.
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| Hanna trotzt dem Schimmel |
Die einzigen Mitbewohner, die wir gerne dulden, sind Geckos und unsere Hausspinnen, bei denen wir uns wenigstens einbilden, dass sie uns im Kampf gegen die Moskitos unterstützen.
So, dies ist wieder ein Beweis dafür, dass Langeweile hier ein Fremdwort ist. =)
Ganz liebe Grüße,
Freitag, 19. November 2010
Schule in Pavitram
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| Der Morning Prayer... |
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| ... an der Boys School |
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| Unsere Maedchenklasse |
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| Prayer an der Girls School |
Um 10:30 Uhr beginnt unsere erste Stunde an der St. Antony’s Girls Higher Secondary School in der 6. Klasse. Von 48 Mädchen werden wir jeden Morgen mit dem ‚Morning Song‘ begrüßt. Einen besseren Start in die Stunde kann man sich nicht vorstellen. Die meisten Mädchen sind mit großem Eifer dabei, doch man muss zugeben, dass es bei einer solchen Klassengröße schier unmöglich ist, ein passendes Unterrichtsniveau zu finden. Während die Hälfte unsere Anweisungen problemlos versteht und sie in die Tat umsetzen kann, beherrschen andere noch nicht einmal das kleine ‚ABC‘. Als wir das heraus fanden, waren wir doch ziemlich schockiert! Wir hatten nämlich gleich zu Beginn das ‚ABC‘ abgefragt und es konnte uns jede einzelne sagen. Als wir jedoch ein paar Tage später nach einzelnen Buchstaben fragten, schauten wir in ratlose Gesichter. Ein perfektes Beispiel für die indische Schule, man lernt das ‚ABC‘ einfach nur im Ganzen. Durch Ereignisse wie dieses, fiel es uns am Anfang schwer eine passende Unterrichtsstrategie zu finden. Doch mittlerweile klappt das alles prima und wir gehen jeden Tag gerne zu den Girls, um ihnen durch Songs, Wörterrätsel und anschaulichem Unterricht Englisch näher zu bringen (nicht umsonst werden wir von Lehrerkollegium nur noch ‚Actionmaster‘ genannt). ;-)
Um 11:15 Uhr klingelt es zur Pause. Diese Zeit verbringen wir im Lehrerzimmer der Girls School, um uns bei indischem Tee mit den Lehrerinnen und Sisters auszutauschen.
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| Miss Hanna gibt Tipps |
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| Unsere Kolleginnen an der Girls School |
Um 11:25 Uhr erwarten uns 15 brave (und das sind sie wirklich) Jungen der 7. Klasse in der Boys School unter unserem ‚Klassenbaum‘ auf dem Schulhof. Der Baum steht glücklicherweise direkt neben dem Schulgebäude und so können wir die Wand als Tafel benutzen. Alleine die Klassengröße zeigt schon einen enormen Unterschied zur Girls School. Dieser wirkt sich sehr stark auf den Unterricht aus. Es handelt es sich nämlich um die 15 cleversten Schüler der Klasse. Das Unterrichtsniveau ist also kaum zu vergleichen zu dem an der Girls School. Aber auch hier ist der Unterricht ähnlich aufgebaut. Wir nehmen ein Thema anschaulich durch, vertiefen es durch verschiedene schriftliche Aufgaben und beenden es spielerisch mit Songs, Spielen und Rätseln oder auch einem kleinen Test. Unsere Themen waren u.a. ‚Feelings & Emotions‘ oder ‚The Body & The Face‘. Bisher gab es zu jedem Thema passende Lieder (“If you happy and you know it“ oder „Head and shoulders, knees and toes“), die unsere Kids mit Begeisterung “brüllen”. =D
Auch bei der Function des sogenannten ‚Children’s Day’ konnten wir gemeinsam mit unseren Schülern mit diesen Liedern ein tolle Darbietung liefern.
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| Unsere Jungs der 7B unter dem Klassenbaum |
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Seit neustem unterrichten wir auch zweimal pro Woche in der staatlichen Grundschule. Doch hier müssen wir erst noch den ‚Final Clou‘ finden, um die Aufmerksamkeit von 60 Jungen und Mädchen zu erhaschen… ;-)
Und somit endet spätestens um 15:00 Uhr ein normaler Schultag in Pavitram und ein dampfender Tee steht für uns bereit.
Donnerstag, 18. November 2010
10 Tage frei, auf nach Madurai!
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| பே ப்லேச்செத் |
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| Mit Jerome in Auroville |
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| Die besten Snacks gibt's um die Ecke! |
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| Leckeres Frühstück vor Madurai Junction |
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| Der Sri Meenakshi Tempel in Madurai |
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| Eingang des Ranganatha Tempels in Trichy |
Am nächsten Tag ging es weiter nach Trichy (3 Stunden Fahrt/ 1 € zu zweit). Dort landeten wir im ‚Hotel Supa‘, da wir die 400 Rupien Grenze die wir uns als Limit gesetzt hatten, einfach nicht überschreiten wollten. Der Name des Hotels ist Gesetz: „Supa“ Lage (am Ende einer Schlammstraße), „supa“ Zimmer (das Bad sollte man doch besser mit Schuhen betreten) und „supa“ frische Luft (der Ventilator war lauter als mancher Rikscharmotor).
Aber auch Trichy ist wie gemacht für den Backpacker. Dank eines „supa“ (diesmal aber wirklich) Busnetzes erreicht man alle Highlights mit demselben Bus. Auch an Sehenswürdigkeiten mangelt es in Tiruchirapalli nicht: Wir erklommen die 437 Stufen des Rock-Fort -Tempels (Vinayaka Tempel), besichtigten den Sri Jambukeshwara Tempel (man kam sich vor wie in der Kulisse vom Dschungelbuch) und bestaunten den Sri Ranganathaswamy Tempel mit einer Tempelanlage von 60 ha. Mit seinen 21 bunt verzierten Tempeltürmen ist dies das größte Heiligtum Südindiens. Auch hier waren wir alleine unter Hindus, denn laut ‚Lonely Planet‘ besichtigten wir den Tempel als er geschlossen war. Pünktlich zur ‚Lonely Planet Öffnung‘ kamen dann auch die anderen Touristen wieder. =)
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| Der Jambukeswara Tempel |
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| In Trichy |
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Wir genossen diese freien und unabhängigen Tage sehr, waren jedoch auch wieder froh nach Hause zu kommen. Als wir morgens um 6 Uhr Pavitram erreichten, saßen unsere Boys schon wieder auf dem Hof bei der sogenannten ‚Studytime‘ und freuten sich uns wieder zu sehen. Und auch wir waren glücklich unsere Jungs wieder zu haben. =)
Freitag, 5. November 2010
Infobrief: "T-Shirts für Pavitram"
Wie sicher einige schon mitbekommen haben, sind wir, Hanna Geiß und Theresa Meyer, seit nun schon über einem Monat in Südindien. Wir leben im Pfarrhaus des kleinen Dorfes Pavitram, gemeinsam mit dem hiesigen katholischen Priester und einem Brother. Dem Gebäude ist ein Jungen-Internat (hostel) angeschlossen, welches ca. 400 Jungen im Alter zwischen 7 und 18 Jahren ein zu Hause bietet. Unsere Hauptarbeit besteht im Englischunterricht an der Mädchen- und der Jungenschule des Dorfes. Nach der Schule warten die ‚Hostelboys‘ auf uns, um sich mit uns auszutauschen. Wir spielen gemeinsam Spiele, treiben Sport oder helfen ihnen bei den Hausaufgaben. Da es nur zwei Aufsichtspersonen für alle 400 Jungen gibt, wird unsere Arbeit mit Freuden entgegen genommen.
In dem ‚Punitha Sagaya Annai Boys Home‘ hat jedes Kind einen ähnlichen familiären Hintergrund: sie kommen alle aus sehr armen Verhältnissen. 30 Prozent der Jungen sind Waisen. Ein weiterer Großteil der Kinder leidet unter den Folgen zerbrochener Ehen – ein Resultat aus Armut, Arbeitslosigkeit, Alkoholsucht und Gewalt. Andere Eltern sind Tagelöhner oder Feldarbeiter und somit saisonal abhängig. Selbst wenn manche Eltern eine beständige Arbeit haben, reicht ihr Lohn in den meisten Fällen nicht einmal für die nötigsten Dinge wie Essen, Unterkunft und Kleidung. Diese finanziellen Probleme übertragen sich automatisch auf die Kinder im Hostel: So fehlt es an den einfachsten Hygieneprodukten wie Zahnbürste oder Seife. Außerdem besitzen ungefähr 95% der Jungen neben ihrer Schuluniform nur eine einzige Kleidergarnitur. Diese muss für die gesamte Woche zum Schlafen, Lernen und Sport treiben reichen. Da sich der Alltag hier auf dem Boden abspielt (es wird auf dem Boden gegessen, geschlafen, gelernt und gespielt), ist das Sauberhalten der Kleidung fast unmöglich. Das Problem dabei ist, dass die Jungen, im sowieso überfüllten Hostel, Matte an Matte zu sechzigst in den kleinen Räumen schlafen. Die Hygiene spielt daher eine umso wichtigere Rolle, damit es sich in den Schlafräumen überhaupt aushalten lässt. Viele der Jungen greifen deshalb auf ihre Schuluniform zum Schlafen zurück, was wiederum Bestrafungen in der Schule zur Folge hat. Die Schuluniform darf nur zum Unterricht getragen werden.
Uns liegt das Wohl der Kinder sehr am Herzen. Jeder einzelne von ihnen bereichert unser Leben und bringt uns neue Erfahrungen. Mit einem einfachen T-Shirt könnten wir den Alltag der Jungs ungemein erleichtern. Es ist unvorstellbar, welche Dankbarkeit die Kinder schon bei einer kleinen Aufmerksamkeit zeigen. Nun wollen wir „unseren Jungs“ zu Weihnachten eine Freude machen und jedem ein T-Shirt schenken.
Doch auch in Indien kostet ein qualitativ gutes T-Shirt, welches den ersten Waschgang überlebt, mindestens 3,- €. Da es sich bei unserem Projekt um ein Volontariat handelt, sind wir nicht in der Lage, die T-Shirts für die fast 400 Jungs aus eigener Tasche zu finanzieren. Deshalb sind wir bei der Umsetzung dieser Aktion auf Spenden angewiesen. Bitte helfen Sie uns, den Kindern diese Freude zu machen. Sie können sicher sein, dass jeder Euro Ihrer Spende für die Kinder Verwendung findet, und nicht, wie häufig bei großen Hilfsorganisationen, ein Großteil vom Verwaltungsapparat geschluckt wird. Sollte mehr Geld eingehen als für die T-Shirts benötigt wird, was uns sehr freuen würde, könnten wir auch noch andere Dinge, die hier fehlen, wie z.B. Hygieneartikel, Schulbedarf, zusätzlich kaufen.
Spendenkonto: Konto-Nr. 1011824909, Deutsche Kreditbank AG, BLZ 12030000, Kontoinhaber: Hanna Geiß, Verwendungszweck: T-Shirts für Pavitram.
Wünschen Sie eine Spendenquittung, dann überweisen Sie bitte auf das Konto des Freundeskreises der Martin-Luther-Schule Rimbach, der das Indienprojekt ebenfalls unterstützt. Der Freundeskreis leitet die Spenden direkt an uns weiter.
Freundeskreis MLS, Konto-Nr. 6297 Volksbank Weschnitztal Rimbach, BLZ 50961592 Verwendungszweck „T-Shirt-Aktion Pavitram“.
Regelmäßige Informationen über unseren Aufenthalt finden Sie im Internet unter www.indienprojekt2010.blogspot.com .
Wir hoffen auf Ihre Unterstützung!
Vielen Dank schon heute im Namen von 400 indischen Jungs.
Es grüßen Sie alle herzlich aus Pavitram/Südindien.
Hanna und Theresa
Freitag, 29. Oktober 2010
One month passed...
Kaum zu glauben, aber wahr: Unser erster Monat in Indien ist schon vorüber!! Die Inder müssen hier wohl eine andere Zeitrechnung haben, denn die Zeit verging wie im Flug!
Wie schon im letzten Post angekündigt, waren wir am Wochenende in Mysore, der alten englischen Kolonialstadt in Karnataka. Unser Trip begann am Donnerstag: gemeinsam mit Father Bosco fuhren wir nach Vellore. Dort besichtigten wir ganz nach dem Motto "OM NAMO NARAYANI" den 'Golden Tempel'. Zu Mittag waren wir bei Fr. Boscos Eltern zum Lunch eingeladen - ein wahres Festessen! Aber richtig scharf... es gab: Reis (natürlich!), gebackenen Fisch, gekochtes Beef in einer Marinade, Koteletts (würzige Fleischbälchen), Blumenkohl-Curry, Rote Bete-Zwiebelgemüse, blanchiertes Krautgemüse nach Kerala-Art, Sambar (eine würzige Soße auf Linsenbasis mit versch. Gemüse), Jogurt um die Schärfe zu lindern und zum Abschluss Pepperwater ( ein scharfer Gemüsefond). Leider hatten wir dabei nur ein Problem: wir konnten uns einfach nicht entscheiden, was am besten schmeckte und so aßen wir uns (Runde für Runde) die Bäuche voll. Danach war ein kleines Nickerchen nötig. Schließlich lag die gesamte Familie Bosco und die zwei 'German Girls' auf dem Boden und schliefen. Nach einem weiteren Tee kurz vor der Abfahrt ließ sich nur noch eines sagen: WE LOVE THIS FAMILY!
Am Nachmittag ging es weiter nach Veppoor, wo Father Roy schon auf uns wartete. Dort erfuhren wir auch endlich den Plan für das Wochenende in Mysore. Gemeinsam mit einer Gruppe Religionsstudenten, Professoren und Father Roy fuhren wir mit dem Nachtzug direkt von Vellore nach Mysore, wo wir morgens um 6h30 ankamen. Eine erste Lektion: nimm dir immer etwas Warmes zum Anziehen mit, wenn du im Nachtzug unterwegs bist. Wir hatten das natürlich komplett unterschätzt: "In Indien warm anziehen? So ein Quatsch!" Völlig durchgefroren wachten wir am Morgen auf.
Unsere Unterkunft war in einem Konvent - wo auch sonst? =) Am ersten Tag fuhren wir mit dem Bus nach Coorg, einer Hill Station im Kodagu District. Schon die vier Stunden Busfahrt zu der Hill Station waren ein spezielles Erlebnis. Draußen: Kaffeplantagen, alte Dörfer, wilde Pfefferpflanzen - eine Landschaft à la Dschungelbuch. Hinzu kamen ein kaltes Sauwetter und die gefühlte 99%ige Luftfeuchtigkeit. Drinnen, von der Kälte unbeeindruckt, fand ein sogenannter 'Dauerbattle' aus indischen Gesangs-, Tanz- und Schreieinlagen statt, der die Müdigkeit fortjagen und die Stimmung erheitern sollte. So viele christliche Lieder nacheinander haben wir noch nie geschmettert! Von "He is the Lord, he is the King" bis zu "Walk walk walk walk in the light of God" - es war alles dabei! Am Ziel angekommen traten wir aus dem Bus und sahen gar nichts. Der Monsun hatte uns die Sicht vernebelt. Trotzdem liefen wir im Regen zu dem Tempel am Berg. Von den Tempelstufen kamen uns wahre Bäche entgegen. Pitschnass und natürlich ohne Wechselkleidung kamen wir nach der Besichtigung zurück zum Bus. Freundlicherweise bekamen wir ein trockenes Männerhemd und ein Männershirt geliehen, was uns zwar für den Rest des Tages eine interessante Kleidungskombi bescherte, aber vor einer Erkältung rettete. Schließlich fuhren wir mit dem Bus wieder zurück - ein weiteres Gesangsbattle begann.
Unser zweiter Tag in Mysore stand ganz unter dem Motto: japanisches Powersightseeing! Früh am Morgen machten wir uns auf zur ersten Station: die ‚Brindavan Gardens‘(30 min Aufenthalt). Die im englischen Stil angelegten Gärten sind ein absolutes Highlight für so manchen Inder – vielleicht waren wir auch einfach noch zu müde morgens um 7h00, um ihre außergewöhnliche botanische Schönheit zu erkennen. Zweiter Stopp: der ‚Sommerpalast von Tipu Sultan‘(30 min Aufenthalt). Von außen ist er verhängt mit Bastmatten, doch innen offenbarte sich eine versteckte Pracht aus schön geschnitzten Holzbalkonen und herrlich dekorierten Wänden und Decken. Es ist eigentlich ein Wunder, dass der Holzpalast noch so gut erhalten ist, denn was die Zeit noch nicht zerstört hat, machen die Inder. Sie müssen einfach alles anfassen und austesten (selbst Tipu Sultans Originalmöbel aus dem Jahre 1784)! :D Station Nummer drei: das Mausoleum ‚Gumbaz‘ (20 min Aufenthalt). Es wurde zu Ehren Tipu Sultan‘s Eltern errichtet und ähnelt ein wenig dem Taj Mahal. Der Eintritt: Natives - 5 Rupies, Foreigners - 100 Rupies. Auf dem Weg zum Lunch hielten wir auf dem ‚Chamundi Hill‘ (15 min Aufenthalt). Aufgrund unseres straffen Zeitplanes haben wir eigentlich nicht viel, bis auf die lange Menschenschlange, die vor dem Tempel wartete(Samstag), dort gesehen. Mittagessen gab es im Gemeindehaus der ‚Philomenas Cathedral‘ – wo auch sonst? =) Es war wieder einmal eine Geschmacksexplosion, bei der wir uns nicht entscheiden konnten was am besten schmeckte, aber das Fishmolly (eine Spezialität aus Kerala) stand ganz weit vorne. Schließlich erreichten wir unseren letzten Punkt auf der japanischen ‚Mysore Highlights List‘: Den ‚Maharadsha Palast Amba Vilas‘ (60min Aufenthalt) - ein Ort der von Prunk und Protz nur so strotzt. Leider reichte auch hier die Zeit nicht aus, um das Innere des Palastes zu besichtigen. Aber auch das Äußere der Anlage war verzaubernd und wiedermal ein perfektes Beispiel, wie nah Armut und Reichtum aneinander liegen können, obwohl sie doch so weit voneinander entfernt sind.
Auf der Rückfahrt nach Vellore hatten wir etwas Zeit in Bangalore und beschlossen, dort zu Abend zu essen. Wo könnte eine 30köpfige Truppe wohl am besten in Bangalore essen? Im ‚Kentucky Fried Chicken (KFC). An diesem Abend hatten wir beide unser erstes ‚Brot‘ seit 4 Wochen. Man hat selten ein Fast Food Lokal so genossen. Trotzdem würden wir immer die indische Küche vorziehen. Sie ist einfach UNGLAUBLICH LECKER! Es war ein wunderbarer Trip voller neuer Bekanntschaften und Eindrücke. Aber wir waren auch froh, als wir Sonntag abends total erschöpft wieder ‚zu Hause‘ ankamen.
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| Lecker Lunch bei Familie Bosco |
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| Auf geht's... |
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| ... im Nighttrain nach Mysore |
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| Unsere lustige Gesangstruppe |
Auf der Rückfahrt zum Konvent hielt der Bus noch in Bylakuppe. Dort ist eine buddhistische Klosteranlage mit dem dazugehörigen sehenswerten ‚Goldenen Tempel‘. Das innere des Tempels ist wunderschön und filigran bemalt und beherbergt drei riesige vergoldete buddhistische Statuen (Buddha, Guru Padmasambhava und den/die wohl bekannte/n Amitayush :D ).
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| In Bylakuppe |
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| Hanna pitschnass in Coorg |
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| The Maharadsha-Girls |
Jetzt ist es schon wieder Freitag und wir fragen uns erneut: Was ist bloß mit der indischen Zeit los???
Hanna und Theresa
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