Freitag, 29. Oktober 2010

One month passed...

Kaum zu glauben, aber wahr: Unser erster Monat in Indien ist schon vorüber!! Die Inder müssen hier wohl eine andere Zeitrechnung haben, denn die Zeit verging wie im Flug!
Lecker Lunch bei Familie Bosco
Wie schon im letzten Post angekündigt, waren wir am Wochenende in Mysore, der alten englischen Kolonialstadt in Karnataka. Unser Trip begann am Donnerstag: gemeinsam mit Father Bosco fuhren wir nach Vellore. Dort besichtigten wir ganz nach dem Motto "OM NAMO NARAYANI" den 'Golden Tempel'. Zu Mittag waren wir bei Fr. Boscos Eltern zum Lunch eingeladen - ein wahres Festessen! Aber richtig scharf... es gab: Reis (natürlich!), gebackenen Fisch, gekochtes Beef in einer Marinade, Koteletts (würzige Fleischbälchen), Blumenkohl-Curry, Rote Bete-Zwiebelgemüse, blanchiertes Krautgemüse nach Kerala-Art, Sambar (eine würzige Soße auf Linsenbasis mit versch. Gemüse), Jogurt um die Schärfe zu lindern und zum Abschluss Pepperwater ( ein scharfer Gemüsefond). Leider hatten wir dabei nur ein Problem: wir konnten uns einfach nicht entscheiden, was am besten schmeckte und so aßen wir uns (Runde für Runde) die Bäuche voll. Danach war ein kleines Nickerchen nötig. Schließlich lag die gesamte Familie Bosco und die zwei 'German Girls' auf dem Boden und schliefen. Nach einem weiteren Tee kurz vor der Abfahrt ließ sich nur noch eines sagen: WE LOVE THIS FAMILY!
Auf geht's...
... im Nighttrain nach Mysore
                      Am Nachmittag ging es weiter nach Veppoor, wo Father Roy schon auf uns wartete. Dort erfuhren wir auch endlich den Plan für das Wochenende in Mysore. Gemeinsam mit einer Gruppe Religionsstudenten, Professoren und Father Roy fuhren wir mit dem Nachtzug direkt von Vellore nach Mysore, wo wir morgens um 6h30 ankamen. Eine erste Lektion: nimm dir immer etwas Warmes zum Anziehen mit, wenn du im Nachtzug unterwegs bist. Wir hatten das natürlich komplett unterschätzt: "In Indien warm anziehen? So ein Quatsch!" Völlig durchgefroren wachten wir am Morgen auf.
Unsere lustige Gesangstruppe
Unsere Unterkunft war in einem Konvent - wo auch sonst? =) Am ersten Tag fuhren wir mit dem Bus nach Coorg, einer Hill Station im Kodagu District. Schon die vier Stunden Busfahrt zu der Hill Station waren ein spezielles Erlebnis. Draußen: Kaffeplantagen, alte Dörfer, wilde Pfefferpflanzen - eine Landschaft à la Dschungelbuch. Hinzu kamen ein kaltes Sauwetter und die gefühlte 99%ige Luftfeuchtigkeit. Drinnen, von der Kälte unbeeindruckt, fand ein sogenannter 'Dauerbattle' aus indischen Gesangs-, Tanz- und Schreieinlagen statt, der die Müdigkeit fortjagen und die Stimmung erheitern sollte. So viele christliche Lieder nacheinander haben wir noch nie geschmettert! Von "He is the Lord, he is the King" bis zu "Walk walk walk walk in the light of God" - es war alles dabei! Am Ziel angekommen traten wir aus dem Bus und sahen gar nichts. Der Monsun hatte uns die Sicht vernebelt. Trotzdem liefen wir im Regen zu dem Tempel am Berg. Von den Tempelstufen kamen uns wahre Bäche entgegen. Pitschnass und natürlich ohne Wechselkleidung kamen wir nach der Besichtigung zurück zum Bus. Freundlicherweise bekamen wir ein trockenes Männerhemd und ein Männershirt geliehen, was uns zwar für den Rest des Tages eine interessante Kleidungskombi bescherte, aber vor einer Erkältung rettete. Schließlich fuhren wir mit dem Bus wieder zurück - ein weiteres Gesangsbattle begann.
Auf der Rückfahrt zum Konvent hielt der Bus noch in Bylakuppe. Dort ist eine buddhistische  Klosteranlage mit dem dazugehörigen sehenswerten ‚Goldenen Tempel‘. Das innere des Tempels ist wunderschön und filigran bemalt und beherbergt drei riesige vergoldete buddhistische Statuen (Buddha, Guru Padmasambhava und den/die  wohl bekannte/n Amitayush :D ).
In Bylakuppe
Hanna pitschnass in Coorg
                                                         Unser zweiter Tag in Mysore stand ganz unter dem Motto: japanisches Powersightseeing! Früh am Morgen machten wir uns auf zur ersten Station: die ‚Brindavan Gardens‘(30 min Aufenthalt). Die im englischen Stil angelegten Gärten sind ein absolutes Highlight für so manchen Inder – vielleicht waren wir auch einfach noch zu müde morgens um 7h00, um ihre außergewöhnliche botanische Schönheit zu erkennen. Zweiter Stopp: der ‚Sommerpalast von Tipu Sultan‘(30 min Aufenthalt). Von außen ist er verhängt mit Bastmatten, doch innen offenbarte sich eine versteckte Pracht aus schön geschnitzten Holzbalkonen und herrlich dekorierten Wänden und Decken.  Es ist eigentlich ein Wunder, dass der Holzpalast noch so gut erhalten ist, denn was die Zeit noch nicht zerstört hat, machen die Inder. Sie müssen einfach alles anfassen und austesten (selbst Tipu Sultans Originalmöbel aus dem Jahre 1784)! :D Station Nummer drei: das Mausoleum ‚Gumbaz‘ (20 min Aufenthalt). Es wurde zu Ehren Tipu Sultan‘s Eltern errichtet und ähnelt ein wenig dem Taj Mahal. Der  Eintritt: Natives - 5 Rupies, Foreigners - 100 Rupies.  Auf dem Weg zum Lunch hielten wir auf dem ‚Chamundi Hill‘ (15 min Aufenthalt). Aufgrund unseres straffen Zeitplanes haben wir eigentlich nicht viel, bis auf die lange Menschenschlange, die vor dem Tempel wartete(Samstag), dort gesehen. Mittagessen gab es im Gemeindehaus der ‚Philomenas Cathedral‘ – wo auch sonst? =) Es war wieder einmal eine Geschmacksexplosion, bei der wir uns nicht entscheiden konnten was am besten schmeckte, aber das Fishmolly (eine Spezialität aus Kerala) stand ganz weit vorne. Schließlich erreichten wir unseren letzten Punkt auf der japanischen ‚Mysore Highlights List‘: Den ‚Maharadsha Palast Amba Vilas‘ (60min Aufenthalt) -  ein Ort der von Prunk und Protz nur so strotzt.  Leider reichte auch hier die Zeit nicht aus, um das Innere des Palastes zu besichtigen. Aber auch das Äußere der Anlage war verzaubernd und wiedermal ein perfektes Beispiel, wie nah Armut und Reichtum aneinander liegen können, obwohl sie doch so weit voneinander entfernt sind.
The Maharadsha-Girls
Auf der Rückfahrt nach Vellore hatten wir etwas Zeit in Bangalore und beschlossen, dort zu Abend zu essen. Wo könnte eine 30köpfige Truppe wohl am besten in Bangalore essen? Im ‚Kentucky Fried Chicken (KFC). An diesem Abend hatten wir beide unser erstes ‚Brot‘ seit 4 Wochen. Man hat selten ein Fast Food Lokal so genossen. Trotzdem würden wir immer die indische Küche vorziehen. Sie ist einfach UNGLAUBLICH LECKER!  Es war ein wunderbarer Trip voller neuer Bekanntschaften und Eindrücke. Aber wir waren auch froh, als wir Sonntag abends total erschöpft wieder ‚zu Hause‘ ankamen.
Jetzt ist es schon wieder Freitag und wir fragen uns erneut: Was ist bloß mit der indischen Zeit los???
Beim Sari kaufen <3
Bis Bald

Hanna und Theresa

2 Kommentare:

  1. Hey Ihr Zwei...,
    Ihr habt ja wohl richtig viel Spass da hinten am Ganges. Ich hab versucht mir vorzustellen, wie Ihr gegen den Willen des Ventilators versucht einen Sari zu überlisten... da müsst Ihr unbedingt noch Fotos einstellen :-)
    Wie haltet Ihr es denn eigentlich mit dem Englisch-unterricht bei ca. 48 Kindern? Entschuldigt, dass ich das frage, aber da kann der Lehrer nicht anders. Ich vermute mal, dass Euch die Kids an den Lippen hängen und alles aufsaugen, was Ihr ihnen sagt. Bücher? Wohl eher nicht?! Könnt ihr im Unterricht raus gehen und euch mit allen bewegen? Also Sport auf Englisch oder sowas? Naja, ich bin gespannt, was Ihr noch alles erleben werdet - und was davon Ihr uns armen, Zuhause gebliebenen verraten werdet...
    Volker Hahl

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  2. :D Also alleine das wort Gesangsbattle weckt in mir ein urkomisches Bild von einem total überfüllten Bus mit Team Honna and Team Theresja MAULwurf ,die vehement gegeneinander ansingen!
    Wenn ich viel Zeit habe, dann google ich mal diese Stätten, die ihr da inspiziert habt.
    Ungewohnt: Der Pascal arbeitet jetzt:D Und das dann gleich mal 10 Stunden am Tag 5 Tage die woche. hart oder?

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