Da unser Leben in Pavitram nicht nur aus unterrichten besteht, möchten wir diesen Post unserer restlichen freien Zeit widmen:
Da das Leben der Hostelboys durch einen strikten Zeitplan geprägt wird, bleiben uns pro Tag ca. 60 Minuten um mit den Jungen zu spielen. Diese geringe Zeit versuchen wir so gut wie möglich zu nutzen und vollkommen präsent zu sein. Wir spielen mit ihnen Murmeln, diverse Ballspiele oder unterhalten uns mit ihnen. In der Regenzeit fällt diese ‚Play-Time‘ auch manchmal einfach aus, da die Kinder nur draußen spielen dürfen. Das bedeutet, der komplette Tag besteht dann aus Schule und ‚Study-Time‘. Was ein Kinderleben. Gelegentlich übernehmen wir auch die Rolle der Kinderkrankenschwester und versorgen so manche Wunde mit ‚Drachenblut‘(auch Betaisadonna genannt) und Pflaster. =)
Die Dorfbewohner
Jeden Sonntagmorgen gehen wir zur Messe, worüber sich viele Dorfbewohner sehr freuen. Wir bekommen Komplimente zu unseren indischen Outfits und Einladungen in die Familien. So versuchen wir, mehr und mehr über das Dorf und die Menschen zu erfahren, auch wenn das aufgrund unserer geringen Tamilkenntnisse nicht immer einfach ist. Aber die ‚Actionmaster‘ schaffen das schon. =)
Zu unserer kleinen Zweck-WG kann man eigentlich nur eines sagen: sie ist super. Unser Father Bosco ist sehr herzlich, offen, humorvoll, engagiert und ‚always on the run‘. Wenn es irgendwelche Probleme im Dorf oder im Hostel gibt, ist Father Bosco stets zur Stelle. So schwingt er sich auch schnell mal auf sein Motorbike, um im nahe gelegenen Mädchencollege eine Schlange einzufangen.
Auch mit Brother Anand kommen wir gut zurecht. Er kümmert sich um die Hostel- und Guestteachers- Einkäufe in der Stadt und kommt immer mit vollen Obsttaschen zurück. Außerdem schummelt er stets beim ‚Rummy Cup‘ aber wir können es ihm nicht verübeln. =)
Da wir mit den Sisters eher weniger Zeit verbringen, kennen wir sie noch nicht so gut, wie unsere männlichen Mitbewohner, aber sie sind stets bemüht und hilfsbereit. So haben wir dank ihnen ab sofort einmal pro Woche indischen Tanzunterricht.
Wimala, unsere Küchengöttin
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| Hanna macht 'Egg 65' am Mission Sunday |
Unser Zimmer mit all seinen Mitbewohnern
Wir haben es uns in unserem Zimmer in den letzten beiden Monaten sehr gemütlich gemacht. Wir haben zwei Betten, einen großen Kühlschrank, ein kleines Bad und ein separates kleines ‚Arbeitszimmer‘. Doch auch andere sind mittlerweile auf den Geschmack unseres Komforts gekommen. Während die Ameisenstraße, die durch unser Zimmer verläuft, schon fast zum Inventar gehört, werden andere kleine Gäste wie Kakerlaken oder Grillen vehement mit unserem Moskito-Schocker bekämpft. Doch manchmal ist selbst der Moskito-Schocker machtlos.
So hatte sich doch tatsächlich vor wenigen Tagen eine Wasserschlange bis vor unsere Zimmertüre geschlichen. Sie wartete bis in die Dunkelheit, vor der Tür darauf, eingelassen zu werden. Als sich dann endlich die Tür öffnete, trat Theresa doch glatt auf das arme Tier. Damit war wohl der Alptraum beider (von Theresa und der Schlange) wahr geworden. Total geschockt und ein wenig aufgelöst verharrte Theresa die nächsten 30 Minuten stehend auf der nächsten Bank, während die Schlange leider eines qualvollen Todes sterben musste. Das war zwar wirklich nicht unsere Absicht gewesen, aber die Hostelboys ließen sich mit ihren Holzknüppeln bei dem Wort ‚Snake‘ kaum noch bändigen.
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| Hanna trotzt dem Schimmel |
Die einzigen Mitbewohner, die wir gerne dulden, sind Geckos und unsere Hausspinnen, bei denen wir uns wenigstens einbilden, dass sie uns im Kampf gegen die Moskitos unterstützen.
So, dies ist wieder ein Beweis dafür, dass Langeweile hier ein Fremdwort ist. =)
Ganz liebe Grüße,





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