Mittwoch, 26. Januar 2011

Ein Tag der Extraklasse!

Am 24. Januar war Hannas 20. Geburtstag. Aber wie feiert man eigentlich Geburtstag in Indien? Gibt es spezielle Bräuche? Muss man irgendetwas beachten? Da kamen schon ein paar Tage vorher so einige Fragen auf. Nach einem kleinen ‚Briefing‘ von Fr. Bosco, machten wir uns erst mal auf den Weg und bestellten 30 Kilo Hähnchenfleisch und 400 Bananen. Damit wollten wir unseren Hostelboys am besagten Abend ein Festmahl aus Hähnchenbiryani und Bananen (Früchte bekommen sie nämlich nie) bescheren. Das ist eines der wichtigsten Dinge, die man an Geburtstagen beachten sollte: Teile deine Freude mit allen anderen, indem du ihnen Essen gibst. =)

Aber die 30 Kilo Hähnchen und 400 Bananen waren da noch lange nicht genug. Deshalb bestellte Fr. Bosco in unserem Namen 80 Stücke Kuchen zu einem Wucherpreis von 600RS /10€. (ist doch echt verrückt oder?) Die Kuchen waren für unsere Lehrerkollegen aus allen Schulen des Dorfes. Bei einem ‚Food-Shoppingtrip‘ in Tiruvannamalai besorgten wir leckeren Schoko-Bananenkuchen in der ‚German-Bakery‘  und diverse Snacks für unsere ‚CCC‘ – Crazy Cool Community bestehend aus Fr.Bosco, Br. Anand, Hanna und Theresa. =D
Damit waren nun alle Vorbereitrungen beendet und der Geburtstag konnte kommen.

Und dann war es soweit 00:00 Uhr, der Moment war gekommen! Hanna war 20 und wir konnten endlich die aus der Heimat importierte und gut gekühlte PRIMASECCO-Flasche öffnen. Auf einer Glückswolke schwebend ließen wir zwei es im Pfarrhaus krachen. Um 3 Uhr sind wir dann ins Bett getanzt, denn am nächsten Morgen sollte es ja schon um 8 Uhr weitergehen.

Im perfekt gewickelten Geburtstagssari, mit Bangels am Arm, Blumen im Haar – ganz wie der Inder mag – und etwas kleinen Augen, starteten wir in den Tag. Kaum waren wir aus der Tür, wurde Hanna sofort mit ‚Oh our Birthday-Baby‘ und ‚Happy Birthday New Born Baby‘ von Fr.Bosco und Br.Anand empfangen. Obendrein gab es einen kleinen Kuchen und ein Privatkonzert beim Frühstück. Indischer Geburtstagsbrauch Nummer zwei: Das ‚Birthday-Baby‘ wird als erstes mit Kuchen gefüttert!

Das war der Startschuss für den ‚GEBURTSTAGSKUCHEN & BIRTHDAY-SONG MARATHON‘!

Als erstes gingen wir in die Girlsschool, um dort die Lehrerinnen nach dem ‚Morning-Prayer‘  mit Kuchen zu versorgen. Vorerst bekamen wir jedoch noch ein einmaliges Geburtstagsständchen: „Happy Birthday, schalalalala. Happy Birthday schaaaaalalalalal. May god bless you, schalalalala. May god bless you, schaaaalalalalala. Happy long life for you, schalalalala. Happy long life for you, schaaaalalalalala,…”, dröhnte uns von einem Mädchenchor von 1400 Stimmen entgegen (zur Melodie von ‚so sehen Sieger aus‘ =)).

Dann hieß es aber ran an den Kuchen, nachdem sich auch die Lehrerinnen nicht lumpen ließen und ebenfalls das nun schon 3. Ständchen vom Besten gaben. Gemäß nach Brauch Nummer 2 wurde auch hier das ‚Birthday Baby‘ erst mal mit Kuchen gefüttert. Man sollte dabei beachten, dass der indische Kuchen ganz und gar nicht zu vergleichen ist mit den deutschen Backwahren. Daher stellte sich Brauch Nummer 2 als eine kleine Tortur da. =) Aber dafür gab es die beste Freundin des ‚Birthday Babys‘, die den Kuchen, zur Freude der Inder, fast willenlos in sich hinein geschaufelt hat. Denn das war Theresas Beitrag dazu, dass auch sie den ganzen Tag wie ein ‚New Born Baby‘ gefeiert wurde. Selbst beim Geschenk von Fr.Bosco wurde Theresa nicht ausgelassen und somit sind wir beide um einen neuen wunderschönen Sari reicher.

Birthday-Song Nummer 4 und 5 folgte in unseren beiden Mädchenklassen und Nummer 6 und 7 folgte in den beiden 7. Klassen in der Boysschool. Doch auch unsere Kids gingen nicht leer aus und gemäß Regel Nummer 1 teilten wir unsere Freude, indem wir ihnen Süßigkeiten schenkten.  


Nachdem wir die restlichen Kuchenstücke an die Lehrer der Boysschool, der staatlichen Grundschule, an einige Dorfbewohner, Kinder und an die Sisters des Konvents verteilt hatten, kamen wir auf eine Bilanz von: 80 verteilten Kuchenstücken, eine aufgebrauchte riesen Packung Milka, 30 Kilo Hähnchen, 400 Bananen und 200 Bonbons. Wie man sieht, war unsere Freude, gemäß Brauch Nummer 1, an diesem Tag riesig!! =)
Auch die Inder teilten Ihre Freunde mit uns und so zählten wir am Abend 13 Mal den ‚Birthday-Song‘! Was ein Tag…..

…. Der aber noch lange nicht zu Ende war! Denn unsere 400 Hostelboys stellten ein Geburtstags-Function für Hanna zusammen aus Tanz, Gesang und unglaublich süßen und einzigartigen Geschenken. Ach Jungs, wir lieben euch alle wirklich! <3

Als großes Finale dieses einzigartigen Tages, gab unsere Köchin Wimala noch mal alles. Es war ein Festmahl der Extraklasse und am Ende waren alle 4 Mitbewohner der ‚CCC‘- Crazy Cool Community kugelrund. Wir waren alle so müde und erschöpft, dass selbst die geplante ‚Party‘ am Abend verschoben wurde… =D

Jetzt lässt es sich nur noch eines sagen: WHAT A DAY – besser hätte er nicht sein können! Wir freuen uns jetzt schon auf den 22.März. Da darf nämlich Theresa das ‚Birthday-Baby‘ spielen, aber auch Hanna wird wieder in die Rolle eines ‚New Born Baby’s ‘ schlüpfen. =D

1 Kommentar:

  1. Hallo Hanna, hallo Theresa,

    leider habe ich keine andere Möglichkeit als diesen Kommentar gefunden, um Ihnen zu schreiben.

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